Die Kneipe – eine Welt anderswo

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von Etienne Ster


Ich sehe die Kneipe als eine entlegene Insel, auf der sich einige Piraten niedergelassen haben, um Schutz zu finden vor der Welt: Ein Ort, an dem die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Ein Ort, an dem sich Menschen versammeln und für wenige Münzen ein Bier bekommen. Hier in Kneipen trifft der Depressive auf den Ausgelassenen – in einem Dschungel der Gefühle und Gesichter, der herausgeschrienen und herumgeschleuderten Worte, der Drinks und des Rauches. In dieser Fotoserie fokussiere ich mich auf das Aufeinandertreffen dieser Kneipenpiraten, ihre Gesichter, das Neonlicht, ihre Trauer und ihre Tänze, ihre betrunkenen Körper und deren Geschichten. Ich zeige die Nebelwände und die alten Bilder, die daran aufgehangen sind, die Tische und Gläser einer konservierten Welt. Die Kneipe und ihre Bewohner sind hier doch anderswo. Hier suchen die Piraten der Kneipe Zuflucht – so wie Nonnen Schutz suchen im Kloster.

I see Kneipen as remote islands, where some pirates come to find shelter away from the outer world and where time seems to have stopped decades ago. These bars are often the last place where people can gather or get a beer for a couple of coins. In Kneipen, the depressive rubs shoulders with the hilarious in a jungle of feelings, faces, words shouted out or thrown up, with drink and smoke. In this series I focus on the gathering of men and women, the faces, the neon lights, the sadness as much as the dances, the silent drunk bodies, the stories, the dusty walls, the old pictures hung on them, the tables, the glasses, the smoky room impenetrable to the stranger’s eye, the preserved area. The Kneipe and its residents are an “anderswo”. This is where they seek refuge. Just as nuns seek shelter in the monastery; these people seek shelter in the Kneipe.

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